Informationen für Abgeordnete
 betreffend Zentralisierung Kinderonkologie


Wir danken für Ihr Interesse ! Die Materie ist komplex. Zur ersten Übersicht verweisen wir auf die nachstehenden Dokumente und Anmerkungen! Auf das Protestschreiben vom 16.04.2007 weisen wir nachdrücklich hin.

Im Anschluss laden wir Sie recht herzlich dazu ein, sich mit den weiteren Inhalten von  www.rettet-michael2.de vertraut zu machen. Wir sind "nur" Eltern von betroffenen Kindern ! Bitte sehen Sie uns deshalb mangelnde Professionalität in der Darstellung und im Auftreten nach.

Inhaltlich haben wir die Vorgänge über Wochen und Monate erarbeitet. Die oftmals auch vertraulich zugetragenen Hintergründe können wir hier nicht vollständig darstellen. Bitte suchen Sie im Zweifel das persönliche Gespräch mit uns.

Kinderonkologie ist ein politferner "Betrieb". Die Protagonisten sind auf alles andere eingestellt, als auf einen Kampf um Bestandswahrung. Dies war bisher auch nie erforderlich. Uns bleibt zu hoffen, dass die Gesellschaft die besondere Lage der Familien mit krebskranken Kindern erkennt und von weiteren Eingriffen Abstand nimmt.

Nachtrag 01.09.2007: Auf Nachfrage zur Problematik erhalten Sie vom Bundesgesundheitsministerium uns bereits bekannte Antworten. Diese Antworten sind mehr als unbefriedigend. Am Ende der Seite halte wir zwei exemplarische Antwortschreiben vor.

Nachtrag 01.09.2007: Wir stellen klar, dass wir für die Aufrechterhaltung der Kinderkrebsstation Michael II und für eine Änderung der
GBA-Vereinbarung eintreten. Unabhängig von der lokalen Situation in Ludwigshafen ist eine Änderung der GBA-Vereinbarung erforderlich !

Wir danken für Ihr Interesse und würden uns über Rückmeldung freuen !


Um diese Vereinbarung des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geht es:

Vereinbarung zur Kinderonkologie Vereinbarung zur Kinderonkologie
Beschlossen am 16.05.2006, zuletzt geändert am 19.12.2006 (Anlage 1), gültig ab 01.01.2007.
Inklusive Protokollnotiz, Anlage 1 (Diagnosen der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie nach ICD-10-GM Version 2006) und Anlage 2 (Checkliste zur Abfrage der Qualitätskriterien).


Hier finden Sie die wesentlichen Kritikpunkte an dieser Vereinbarung des G-BA:

Protestschreiben an den G-BA vom 16.04.2007


Seitens des Bundesministeriums für Gesundheit wird insbesondere darauf verwiesen, dass Patientenvertreter der Vereinbarung zugestimmt haben.

Allerdings: Der Vorstand des Dachverbands Deutsche Leukämie-Forschungshilfe - Aktion für krebskranke Kinder e.V.- (DLFH), auch Träger der Deutschen Kinderkebsstiftung (www.kinderkrebsstiftung.de), hat in der Mitgliederversammlung am 16.06.2007 in Heidelberg mitgeteilt, dass er nunmehr ebenfalls Änderungen der Vereinbarung des Gemeinsamen Bundesausschusses fordert.

Der Vorsitzende des DLFH, Ulrich Ropertz, äußerte seine Kritik daran, dass bestimmte Strukturen auf einem Klinikgelände bereit gehalten werden müssen und damit langwierige Patiententransporte auf einem Klinikgelände zulässig sind, aber kurze Transporte zwischen Kliniken eines Träger oder einer Kooperationseinrichtung unzulässig sind.

Des weiteren wurde sich der Kritik hinsichtlich der Anforderungen zur Personalausstattung angeschlossen. Die Festlegung einer starren Zahlung von Kinderonkologen ohne Beachtung der Abteilungsgröße sei nicht sachgerecht. Gefordert wurde ein Merkmal der ständigen Erreichbarkeit.

Weiterhin wurde kritisiert, dass die Untersuchung zur onkologischen Versorgungsqualität bis zum 01.01.2009 vorgelegt werden soll, die Kriterien der Vereinbarung des G-BA jedoch bis dahin bereits erfüllt sein müssen. Dieses würde bedeuten, dass entweder die Vorgaben der Vereinbarung des G-BA von den jeweiligen Zentren erfüllt wurden, oder in den Kliniken keine onkologischen Patienten mehr versorgt werden. Diese Entscheidungen sind im Regelfall unumkehrbar, die o.g. Untersuchung ist bei einer Veröffentlichung 2009 ohne größere Bedeutung für die hier zu treffenden Entscheidungen. Hier werden seitens des DLFH u.a. Fristverlängerungen gefordert.


Exemplarisches Beispiel weiterer Schließungsszenarien:

Kassel
- Hoffnung für Kinderonkologie- Klinikum bemüht sich, Angebot zu erhalten - Entscheidung bis Ende des Jahres

Dr. Gerhard Sontheimer

Von Martina Heise-Thonicke

Kassel. "Wir wollen die Kinderonkologie gerne weiterführen und suchen nach Möglichkeiten dafür." Der Chef der Gesundheit Nordhessen Holding, Dr. Gerhard Sontheimer, macht mit dieser Äußerung sicher auch den Eltern krebskranker Kinder Mut, die um den Erhalt der Kinderkrebsstation am Klinikum Kassel bangen (wir berichteten). Sontheimer machte in einem Gespräch mit unserer Zeitung aber auch deutlich, dass es nicht leicht sein wird, die Zukunft der Kinderonkologie in Nordhessen zu sichern.

Hintergrund sind die neuen Anforderungen an Kinderkrebsstationen durch Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses. Diese sehen im Sinne einer Qualitätsverbesserung unter anderem vor, dass ab nächstem Jahr zunächst zwei, später sogar drei Fachärzte für Kinderonkologie und Hämatologie vorhanden sein müssen. Bislang werden krebskranke Kinder am Klinikum von der Kinderhämatologin und -onkologin Dr. Martina Rodehüser behandelt, und man hielt eine Zwölf-Betten-Station für diese Patienten vor.

Als Krebskompetenz-Zentrum traue sich das Klinikum durchaus zu, den Bereich der Kinderonkologie weiter auszubauen, betont Sontheimer. Dazu aber müsse man Kinderärzte mit der nötigen, aber eher seltenen Zusatzqualifikation finden und die Zahl der Patienten deutlich erhöhen, damit sich die zusätzlichen personellen Kosten rechnen. Bisher, so der Holding-Chef, würden am Klinikum im Jahr etwa 40 krebskranke Kinder behandelt, im Schnitt seien etwa zwei Betten der Kinderkrebsstation belegt.

Dr. Sontheimer geht davon aus, dass wegen der neuen Anforderungen in absehbarer Zeit nur noch etwa 40 Kinderkrebsstationen erhalten bleiben, zurzeit sind es etwa 120. Deshalb bangen die betroffenen Eltern an vielen Orten, so auch in Nordhessen, um eine wohnortnahe Versorgung ihrer Kinder. Sollte es künftig vielleicht in Kassel keine stationäre Kinderonkologie mehr geben, so mahnte bereits der Vorsitzende des Vereins für krebskranke Kinder, Peter Kodlin, müssten die Familien nach Göttingen, Marburg oder Gießen ausweichen - vorausgesetzt, dort bleiben die Kinderkrebsstationen erhalten.

Für Schlagzeilen sorgt bereits der Fall des St.-Anna-Stift-Krankenhauses in Ludwigshafen am Rhein, das sich entschlossen hatte, die Kinderkrebsstation bereits Ende März zu schließen und nur noch eine kinderonkologische Ambulanz zu erhalten. Dies war auf massive Proteste einer Initiative der betroffenen Eltern gestoßen.

In Kassel jedoch will man nichts überstürzen und nach gründlichen Überlegungen und Bemühungen erst im Laufe des Jahres eine Entscheidung treffen, ob die Kinderonkologie entsprechend der Vorgaben ausgebaut wird oder man letztlich doch die stationäre Behandlung krebskranker Kinder einstellt.

23.03.2007

Den Original-Artikel finden Sie hier:

http://web.archive.org/web/20070328021350/http://www.hna.de/kasselstart/00_20070323180041_Hoffnung_fuer_Kinderonkologie.html
 


Seitens des Gesundheitsministeriums wird wie folgt über den Vorgang informiert:

Antwort Bundesministerium für Gesundheit,  von Rolf Schwanitz, Parlamentarischer Staatssekretär vom 9.11.2006 Vereinbarung zur Kinderonkologie

Antwort auf Petition mit Begleitschreiben vom Bundesministerium für Gesundheit, von Frau Dr. Kastenholz , 6. Juni 2007 Vereinbarung zur Kinderonkologie

Konkrete Anregungen der Elterninitiative zur Änderung der GBA Vereinbarung  Vereinbarung zur Kinderonkologie